Die Menschen in der Region Kaffa sammeln seit Generationen Wildkaffee im Wald, hauptsächlich für den eigenen Verbrauch. Mit einer traditionellen Kaffeezeremonie bereiten sie daraus den duftenden "Buna", ihren Kaffee, den sie mit Kardamon verfeinern.
In der Erntezeit von Ende Oktober bis Ende Dezember pflücken die Bauern die reifen, roten Kirschen der wilden Arabica-Sträuchern im Regenwald. Dies ist oft mit beschwerlichen Fuss-Märschen in den unzugänglichen Wald und zur Kooperative verbunden. In der Kooperative werden die Früchte auf Holzgestellen ausgebreitet und an der Sonne getrocknet.
Dank der natürlichen und schonenden Aufbereitung an der Sonne bewahrt der Wildkaffee seinen unverfälschten und eigenständigen Charakter. Zudem hat die Trockenaufbereitung im Vergleich zur Fermentierung im Wasser wesentliche ökologische und ökonomische Vorteile.
Wenn nach ungefähr 20 Tagen die Schale der Kaffeekirschen schwarz und trocken ist, kommen diese zur zentralen Hulling-Station zum Entschälen. Die rohen Kaffeebohnen werden anschliessend von flinken Frauenhänden sortiert und lagenrein nach Kooperativen in 60kg Jutesäcke abgefüllt. Doch erst nach weiteren Qualitätskontrollen und Verkostungen durch die staatliche Coffee Liquoring Authority in Addis Abeba wird der Wildkaffee für den Export freigegeben. Auf dem Seeweg von Djibouti nach Hamburg gelangt der Rohkaffee anschliessend in die Schweiz zum Rösten.


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