Äthiopien gilt häufig als ein Dürre geplagtes Land. Dabei war einst fast das ganze Hochland, mit einem Anteil von 40% der Landesfläche mit Bergregenwald bedeckt und bot Lebensraum für eine ungeahnte Fülle verschiedenster Tier- und Pflanzenarten. Durch das dramatische Bevölkerungswachstum und den rasant wachsenden Bedarf an Acker- und Weideland ist die Waldfläche heute auf weniger als 3 Prozent geschrumpft. Nur noch 200‘000 Hektaren ungestörten Bergregenwald sind im Südwesten Äthiopiens, dem einstiegen Königreich Kaffa, übriggeblieben. Genau dort, in den Bergregenwäldern von Bonga, liegt der Ursprung der Coffea Arabica - Pflanze. Alle existierenden Arabica-Kaffeesträucher stammen von Pflanzen aus dieser Region ab, die im 12. Jahrhundert nach Jemen und von dort in die ganze Welt gelangten.
Ueber Jahrtausende hinweg hat die Natur in den Regenwäldern von Kaffa eine enorme Vielzahl von bis zu 5‘000 Varietäten des Coffea Arabica hervorgebracht. Diese bergen als lebende Gen-Bank einen unschätzbaren Reichtum. Schwindet der Regenwald weiter, gehen auch die vielfältigen genetischen Roussourcen verloren, welche Züchter für die Entwicklung neuer Kaffeesorten benötigen. Anders als bei Reis oder Weizen lassen sich Kaffeesamen nur schwer tiefgekühlt in Gen-Banken aufbewahren. Auf über 1.5 Milliarden US-Dollar schätzen Experten den Wert der genetischen Coffea Arabica – Ressourcen. Allerdings kann sich davon kein Bauer etwas kaufen.


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